Die Ausbildung zum Bergführer

Ziel

Der geprüfte Bergführer ist fähig, jegliche Personen im Bereich aller berufsspezifischen Aktivitäten (insbesondere Alpinismus, Klettern, Sportklettern, Skitouren, Variantenfahren, Eisklettern, Höhenbergsteigen) unter Berücksichtigung der Sicherheit, der Verantwortlichkeit und der Autonomie zu führen, zu unterrichten und zu trainieren.

 

Anforderungen

  • Die Minimalanforderungen im technischen Bereich sind:
  • Felsklettern mit Bergschuhen, Schwierigkeitsstufe 5a
  • Felsklettern mit Kletterschuhen, Schwierigkeitsstufe 6b Prüfung im Eis, mit einem Pickel, in klassischer Technik
  • Prüfung im Eis mit einem oder zwei Pickeln mit Frontalzackentechnik

Prüfung im Skifahren, Beherrschung der Technik in allen Schneearten und Gelände. Die letztgenannte Prüfung findet nicht statt in Ländern ohne professionelle Aktivitäten auf Skiern

 

Neben den technischen Disziplinen ist der Bergführer ausgebildet in:

  • Natur und Umwelt (Umweltschutz, Fauna, Flora, Geologie, Kultur, Ökologie)
  • Risikomanagement, soziale Kompetenzen, Kommunikation
  • Führungstechnik und taktischen Vorgehensweisen beim Führen
  • Methodik und Didaktik
  • Einsatz von Orientierungsmitteln
  • Meteorologische Kenntnisse
  • Lawinenprophylaxe
  • Rettung und erste Hilfe
  • Höhenbergsteigen

 

Zulassung 

Der Kandidat muss volljährig, in sehr guter physischer Form und in seinem Benehmen einwandfrei sein. Der Kandidat muss über eine sehr weit reichende Erfahrung im Alpinismus (Fels, Schnee, Eis und gemischtes Gelände), wie im Sportklettern als auch im Bereich Ski (Skifahren und Touren in jeglicher Schneeart und Gelände) verfügen. Diese Erfahrung muss sich in seinem Tourenbericht widerspiegeln. Ein Kandidat wird nach Bestehen der Aufnahmeprüfung zur Aspirantenausbildung zugelassen. Nach bestandenem Aspirantenkurs sammelt er 1 Jahr Erfahrung als Aspirant. Anschliessend wird er zur Bergführerprüfung zugelassen. Die gesamte Ausbildung und die Bergführerprüfung müssen innerhalb von drei bis höchstens fünf Jahren stattfinden.

 

Dauer der Aspirantenausbildung

Die Ausbildung zum Bergführeraspirant ist eine strukturierte Ausbildung mit einer Mindestdauer von 50 Tagen. Folgende Themen werden mit einer jeweiligen Mindestdauer ausgebildet:

  • Schnee und Lawinen, 5 Tage
  • Selbstrettung 4 Tage
  • Spezifisches medizinisches Grundwissen2 Tage
  • Praktische Winterausbildung 10 Tage
  • Praktische Sommerausbildung, 20 Tage, aufgeteilt in 10 Tage „Felsen im Hochgebirge“ und 10 Tage „Schnee, Eis und gemischtes Gelände“
  • Die restlichen 9 Tage kann jede Ausbildungsstruktur beliebig, den lokal spezifischen Anforderungen entsprechend, einsetzen

 

Dauer der Bergführerausbildung

Die gesamte Ausbildung, inklusive aller Prüfungen, hat eine Mindestdauer von 80 Tagen. Die kollektive Ausbildung beträgt dabei mindestens 60 Tage. Die praktische Ausbildung erstreckt sich über mindestens 60 Tage, über die gesamte Ausbildungszeit verteilt:

  • Mindestens 20 Tage Ausbildung im Bereich „Fels“ (Alpinismus/Sportklettern)
  • Mindestens 20 Tage Ausbildung im Bereich „Schnee, Eis und gemischtes Gelände“
  • Mindestens 20 Tage Ausbildung im Bereich der Winterausbildung (Ski-Alpinismus, Variantenfahren, Skitouren, Schneeschuhwandern usw.)
  • Mindestens 40 dieser Tage finden im Hochgebirge statt.